Biomass (c) Heinz Heiss
Die Projektpartner ermitteln jeweils das technische und das wirtschaftliche Potenzial für die Nutzung der erneuerbaren Energiequellen Biomasse, Wasserkraft, Windkraft und Solarenergie in der Alpenregion. Gleichzeitig erstellen sie Ranglisten von Gebieten, die bezüglich Ökosystemleistungen wie Biodiversität und Böden besonders wertvoll sind. In verschiedenen Pilotgebieten werden diese Potenziale detailliert bestimmt.

Stand der Dinge

Zu Beginn des Projekts ermitteln die Expertinnen und Experten den aktuellen Stand der Produktion erneuerbarer Energie in den Alpen. Dann erarbeiten sie Szenarien und bestimmen verschiedene qualitative Indikatoren, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Stakeholder, Prozesse und Treiber der Energiemärkte sowie die Wege zur Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Regionen zu vergleichen. Es wird eine Analyse der Zielkonflikte zwischen der Produktion erneuerbarer Energie und dem Erhalt der Biodiversität und der Ökosystemleistungen durchgeführt. Dabei benennt das Projektteam Strategien, Zielsetzungen und Stakeholder auf allen politischen Ebenen. Diese Aufgaben gehören zum Arbeitspaket 4, “Renewable energy potentials and conflicts”.

Weitere Informationen über die von recharge.green entwickelten Werkzeuge und Modelle finden Sie in den folgenden Factsheets:

Modellierung der Produktion erneuerbarer Energie

Auf Grundlage der Ergebnisse zur Beurteilung des aktuellen Status entwickeln die Projektpartner ein System zur Unterstützung der Entscheidungsfindung (Decision Support System, DSS) für den Einsatz erneuerbarer Energien. Wirtschaftliche und ökologische Zielkonflikte fließen in das System ein. Die Partner verwenden vor allem das vom Projektpartner IIASA entwickelte geographisch explizite “BeWhere model” sowie das italienische Tool “BIOMASFOR” zur Optimierung der Größe und der geographischen Verteilung von Biomasse-Produktionsanlagen. Wasser-, Wind- und Solarenergie werden ebenfalls in das Modell integriert. Der Entwurf des DSS ist die Hauptaufgabe im Arbeitspaket 5, “Economic dimension of renewable energy”.

Weitere Informationen über die von recharge.green entwickelten Werkzeuge und Modelle finden Sie in den folgenden Factsheets:

Nutzen

Um wirtschaftliche und ökologische Zielkonflikte zu bestimmen, entwickeln die Partner ein neues Konzept, die „Schutz-Grenzkostenkurve“, und wenden dieses an. Dabei stellen sie beispielsweise eine Rangliste von Gebieten auf, die für den Artenschutz besonders wertvoll sind, um problematische Gebiete für die Energiegewinnung nach und nach auszuschließen. In einem Gebiet mit höherem Schutzniveau sind die erwarteten Kosten pro Produktionseinheit erneuerbarer Energie höher als in einem weniger geschützten Gebiet. Diese Informationen fließen in das DSS ein. Entscheidungsträger können das Online-Tool nutzen, um Pläne nach ihren eigenen Vorgaben aufzustellen. Das DSS-Tool wird in das bereits bestehende kartengestützte Instrument Jecami zu Biodiversität und ökologischem Verbund integriert. Dieses wurde im Rahmen des mittlerweile abgeschlossenen Alpenraumprojekts ECONNECT entwickelt. Die Partner planen, das DSS in den Pilotgebieten auf Einzelfallbasis anzuwenden, sofern genügend Daten vorhanden sind.