”Die Biodiversität spielt bei den erneuerbaren Energien eine immer wichtigere Rolle”

Interview mit Matteo Cesca vom Umweltschutzamt der Region Venetien (ARPAV)

Interview mit Matteo Cesca vom Umweltschutzamt der Region Venetien (ARPAV) (c) Matteo Cesca

Interview mit Matteo Cesca vom Umweltschutzamt der Region Venetien (ARPAV), Beobachterorganisation im Projekt recharge.green

  1. Was hat das Umweltschutzamt der Region Venetien (ARPAV) bewogen, bei recharge.green als Beobachterorganisation teilzunehmen?

In recharge.green besteht eine Zusammenarbeit mit der Region Venetien in den Bereichen nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen, Austausch von Daten zu Durchflussmengen von Fließgewässern, Datenbanken über Wasserkraftwerke und technische Daten zur Wasserkraft. Desweiteren profitieren wir von den im Projekt gewonnen Erkenntnissen.

  1. Wie kann ARPAV zum Projekt beitragen?

Wir können die Ergebnisse aus recharge.green und anderen europäischen Vorgängerprojekten, in denen das Umweltschutzamt Partner war, publik machen und in Wert setzen. Außerdem können wir wissenschaftliche, technische und für die Verwaltung relevante Erkenntnisse im Bereich der Wasserkraft, der erneuerbaren Energien und dem Umgang mit der Ressource Wasser verbreiten.

  1. Nimmt die Erzeugung erneuerbarer Energien auch Rücksicht auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Landschaft in alpinen Gebieten?

Ergebnisse aus bereits durchgeführten europäischen Projekten haben gezeigt, dass Biodiversität und Landschaft bei den erneuerbaren Energien eine immer größere Rolle spielen. Viele vor kurzem entwickelte Projekte bieten Methoden, um Indikatoren für die Bereiche Umwelt und Landschaft in Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Das System zur Entscheidungsfindung aus dem Projekt recharge.green ist ein Beispiel dafür.

  1. Wie beurteilen Sie die Auswirkungen der Produktion erneuerbarer Energien auf Ökosystemleistungen in den Alpen?

Die Auswirkungen der erneuerbaren Energien auf Ökosystemleistungen im Alpenraum müssen in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Dies betrifft einerseits den Bau von Wasserkraftanlagen, andererseits, in größerem Ausmaß, die direkten und indirekten Kosten, die durch den Eingriff auf Umwelt und Landschaft entstehen. Zu diesem Zweck muss eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, die mögliche Auswirkungen auf Ökosystemleistungen berücksichtigt.